Reisebericht: alle meine Mails an den Eurasia-Verteiler:

Hallo aus Moskau,

ich bin in unserer ersten Station angekommen, leider wurde unser Waggon in Polen von Dieben besucht und sie haben mir aus dem verriegelten Abteil Brustbeutel mit 500 Euros geklaut....war sehr gemein, wir haben keine Ahnung wie die da rein kamen. Vielleicht haben sie uns mit einem Mittelchen betaeubt, denn sie mussten ueber mich langen in der Nacht um an den Beutel zu kommen. Bei der Enge des Abteils war das schon ein Kunststueck.

Unser Hostel sieht ganz nett aus. Wir haben uns ein bisschen Moskau angesehen, und sind dann noch zwei Tage hier bevor es weiter geht zu den naechsten fuenf Tagen Zug. Dann hoffentlich ohne Diebe...

Internet in Moskau ist teuer, daher wars das jetzt erst mal,

schoene Gruesse aus dem 28 Grad warmen Moskau, Anja



Hallo aus Severobaikalsk,

die fuenf Tage im Zug waren gut, irgendwann vergisst man die Zeit und dann ist es auch egal wie lange man noch zu fahren hat. An manchen Bahnhoefen kamen alte Omis um uns Obst etc. zu verkaufen, und unsere Schaffnerinnen waren ein Traum, die haben den ganzen Tag und auch nachts geputzt....Es gab sogar ein Mittagessen, dass im Ticket inklusive war, das wussten wir gar nicht und haben uns erst gegen das Essen gewehrt, da wir dachten, es koste was, dann erklaerte man uns aber dass es schon bezahlt sei. Wir waren in dem ganzen langen Zug die einzigen Auslaender, dementsprechend seltsam fanden es die Russen als wir staendig Fotos machten...Hielten uns glaub ich alle fuer bekloppt. Hinter dem Ural wurde es auch richtig kalt, als Haendler mit Pelzmuetzen in den Zug kamen haben wir noch gelacht, aber beim naechsten Aussteigen auch gemerkt dass sowas bei den Temperaturen doch angebracht ist, es gab gerade einen Kaelteeimnbruch in Sibirien, und wir werden das dann lassen mit dem Zelten am Baikalsee. Wandern scheint auch schwierig zu sein, man darf nicht ueberall laufen, Karten sind alt etc., aber morgen wollen wir eine Tour probieren, man muss sich ja auch mal bewegen nach dem viele Sitzen im Zug...Von Moskau hierher gab es viele Baeume, ein paar Doerfer und viele Fluesse und Suempfe und Seen, war ganz schoen anzuschauen.

Postkarten gibt es uebrigens keine hier, deswegen nicht wundern wenn keine ankommen.

Tschuess, Anja



Hallo aus Irkutsk,

nach drei Tagen auf der Insel Olchon im Baikalsee bin ich nun wieder online. Auf er Insel gibt es erst seit 6 Monaten richtig Strom, die Kuehe laufen mitten auf den Strassen, die Strassen haben viele Loecher und die Minibusse rasen drauf rum als ob da alles eben waere...Es gibt da noch Plumpsklos in den Gaerten und das Wasser schoepft man in Behaelter und von dort fliesst es dann auf Druck durch so einen Hahn durch...war ganz witzig. Die Landschaft dort war sehr schoen, nur zu empfehlen, und es ist sehr ruhig auf der Insel da es eben kaum krachmachende Dinge gibt ausser der paar Autos, aber es sind ja nicht ueberall Strassen. Als wir mit dem Schiff dort ankamen waren wir erstmal im Nichts, man musste auf einen gestrandeten Frachter gehen um ans Ufer zu kommen. Dort stand dann so ein Minibus der auf Touristen wartete und der hat uns in den Ort gefahren, der noch 20 Minuten Fahrt weg war. Die Insel ist huegelig und sehr sandig, es gab auch viel Wald und Felsen. Auf einen Schamanenfelsen sind wir auch draufgeklettert, das ging ganz gut. Und mit einer der Mitreisenden bin ich einen ganzen Tag lang zum anderen Ender der Insel gewandert, gute 20 km. Fuer den Rueckweg fanden wir dann zum Glueck ein Auto, sonst waere es dunkel gewesen...Da Olchon wohl mal in einer deutschen Sendung war gibt es dort einoige deutsche Touristen (aber auf Wanderungen etc. ist man trotzdem allein und sieht kaum Menschen, die Insel ist ja doch etwas groesser und alles verlaeuft sich). Auf Olchon waere ich gerne laenger geblieben, aber das ging nicht da ja ein paar Zuege auf uns warten, die wir schon gebucht haben.

Nun sind wir gerade in Irkutsk angekommen, sind mit dem Bus gefahren und das war weniger ruckelig als erwartet. Aber manchmal sehr staubig, da dort gerade die Strasse fertig ausgebaut wurde und der Staub kam dann immmer auch in den Bus rein. Wir haben 2 Zimmer gefunden in einem ehm. Studentenwohnheim das gerade saniert wird, in den Zimmern stehen noch Sachen der ehm. Bewohner und das Geld wird die Frau dort dann wohl einfach so einstecken, aber es ist wenigestens mal eine wirklich guenstige Unterkunft, nur 3 Euro die Nacht. Von der Stadt haben wir noch nix gesehen, sind erst mal alle ins Internet gestuermt. Es wirkt aber ganz nett mit vielen alten Haeusern.

Ich weiss nicht ob ich das schon geschrieben habe, aber auf www.sicherl.de gibt es auch ab und zu ein paar neue Bilder von uns. Allerdings immer in schlechter Qualitaet damit das Hochladen besser geht.
So, nun gibt es Abendessen! Viele Gruesse, Anja



Hallo aus Peking,

nach einer Nacht Zugfahrt kamen wir vom Baikal in die Mongolei wo alles ganz anders war als in Russland. Zwar konnte kaum jemand englisch, aber die Leute dort wollten alle gerne Geschaefte machen und waren sehr hilfsbereit, die Leute vom Hostel haben sich prima um uns gekuemmert und wir haben uns dort eine Tour organisieren lassen. Wir sind dann drei Tage durch die Mongolei gefahren, mit einem kleinen klapprigen Van, der dann auch mal eine Panne hatte aber das scheint dort normal zu sein, und alle Fahrer reparieren ihre Autos selber. Wir haben eine Nacht bei einer Familie in einer Jurte geschlafen. Die Familie war aber nicht in der selben Jurte. Sie hatten 5 kleine Kinder und haben mich ausgelacht weil ich es nicht geschafft habe ihre mongolischen Namen auch nur annaehrend richtig nachzusprechen...und sie fanden es witzig, dass wir keine Schlitzaugen haben. Die zweite Nacht war dann auch eine Jurte, aber das war schon eher touristisch aufgemacht und es gab keinen Kontakt mehr zu den Besitzern der Jurte. Der Verkehr in Ulan Bator ist wahnsinnig und ich koennte jetzt noch viel mehr schreiben und bin ja noch nicht mal in Peking angekommen, aber die Chinesin hier hat sich nun doch dazu durchgerungen uns zu sagen dass diese Internetcafe nun schliesst, also muss ich Schluss machen fuer heute und sende euch noch schnell viele Gruesse aus Peking und schreib dann irgendwann weiter...

Eure Anja



Hallo allerseits aus Urumqi,

die letzte Mail musste ich ja beim mongolischen Verkehrschaos unterbrechen, nun geht es weiter....das chinesische Verkehrschaos ist uebrigens dem mongolischen aehnlich, ein bisschen weniger Gehupe aber trotzdem lauter Ampeln die nicht beachtet werden und ein Fussgaenger bringt kein Auto dazu zu bremsen...

Auf der Fahrt nach Peking hatten wir ueber fuenf Stunden Grenzaufenthalt, Drehgestellwechsel und Passkontrolle. Morgen, auf dem Weg nach Kasachstan, gibt es dann wieder die gleiche Prozedur...und jedes Mal fuellen wir Unmengen custom declarations aus, die dann doch niemand anschaut. Mit den Visa hatten wir nie ein Problem, und hoffen, dass unser handschriftliches Kasachstan-Visum auch in Ordnung ist.

Auf dem Weg nach Peking kamen wir durch die Wueste Gobi, wo ein paar Tiere zu sehen warne und ab und zu ein Haeuschen oder eine Jurte, aber sonst nichts lebendes. In China aenderte sich das schnell, mit vielen Feldern ueberall und vielen Bauern und Eseln und Sonnenblumen.

Peking war eine sehr schoene Stadt, wir wohnten in einem Hostel mitten in einer der kleinen Altstadtstrassen, mit vielen kleinen Laeden und lauter Bewohner, die vor ihren Haeuschen auf der Strasse hocken, da diese Haeuser so winzig sind dass drinnen eigentlich kein Platz mehr ist. Wir haben ein paar der Sehenswuerdigkeiten besichtigt, aber es gibt in Peking so vieles zu sehen, dass man eigentlich viel laenger bleiben muesste....ausserdem waren wir fleissig einkaufen, es gibt dort T-Shirts fuer einen Euro und das Essen war auch ca. 1-2 Euro pro Person fuer ein richtiges Essen und Tee. Bei den Chinesen muss man immer handeln, und das haben wir dann auch munter getan. Die Haendler konnten ein paar Worte englisch, aber nur das noetigste, und dementsprechend wurde unser englisch dann auch immer miserabler mit der Zeit: #this is not cheap# und #what ist your best price# waren dann die Standardsaetze, im Taschenrechner wurden dann immer die Preise eingetippt, und wenn man es geschafft hat, vom stand wegen des teuren Preises wegzugehen und dann vom Haendler mit einem #ok# zurueckgerufen zu werden, und das Zeug dann fuer den gewuenschten Preis zu bekommen, hat man gewonnen. Ich denke aber, dass die Haendler mit uns immer noch gute Geschaefte gemacht haben. Das Klima fand ich nicht sooo schlimm, man darf halt nicht durch die Gegend rennen. Aber der Smog, der einen nicht weiter sehen laesst als ein paar Haeuser, ist nicht schoen. Auch in Shanghai war es noch etwas versmogt, aber wegen des Pazifiks nicht so sehr wie in Peking. Wir waren ja nur einen Tag in Shanghai, aber das hat auch gereicht, so toll fand ich die Stadt nicht, sind halt Hochhaueser...

Danach fuhren wir weiter nach Xian, das war dann schon interessanter im Zug, denn wir waren die einzigen Auslaender in dieser Klasse (es waren offene Schlafabteile, nicht die geschlossenen, da waren Europaer drin aber es gab so wenig Plaetze dass wir keine mehr bekamen, und das war auch gut so). Eine Schaffnerin aus einem anderen Waggon kam dann zu uns, da sie englisch konnte, und ganz stolz war mit uns sprechen zu koennen. Sowieso waren die Chinesen immer sehr erfreut wenn sie uns sehen. Sie lachen ueber uns und wir ueber sie, das ist immer ganz nett :-)

Das beste kam dann im naechsten Zug nach Urumchi (die Chinesen nennen es Ulumuchi). In der Wartehalle in Xian drehten sich ca. 1000 chinesische Augenpaare nach uns um und liessen uns keinen Moment mehr unbeobachtet. Wie im Zoo :-) Als der Zug aufgerufen wurde, stuermten all die Chinesen zu dem Tor Richtung Zug. Sie haben sich richtig zerquetscht. Wir haben uns dann hinten eingefaedelt... Da wir keine Schlafwagenkarten mehr bekommen konnten, mussten wir die zwei Naechte im Sitzwagen verbringen. Wir verstanden dann auch das Gedrangel besser: Die Leute ohne Sitzplatz nehmen irgendwelche Plaetze und hoffen, dass sie dort nicht verjagt werden. Sie gaben unsere Plaetze aber frei, als wir die Tickets gezeigt haben. Die beiden Jungs gingen dann schon in der ersten Nacht in zwei leere Betten, die es doch noch im anderen Waggon gab. Veronika und ich haetten dann in der zweiten Nacht auch Betten bekommen koennen, aber wir wollten lieber in dem Chinesen-Waggon bleiben. Es war sehr witzig dort, dann die Reisenden hatten wohl noch nie Europaer in ihrem Abteil. Wir haben ihnen Maumau beigebracht, und am zweiten Tag haben auch einige versucht mit uns zu reden (mit Bildern hats dann auch ein bisschen geklappt), und wir haben immer was vom Essen abbekommen, einmal gab es einen glibbrigen Yoghurt oder was auch immer das war. Wir haben auch das brav geschluckt....War sehr interessant in diesem Waggon, auch wenn die ganze Reise mit Sitzplatz etwas zu anstrengend waere. Aber so zwei Naechte lang sollte man das auf jeden Fall mal testen. Die Chinesen waren beeindruckt von unseren Spielkarten, unserer Schrift, meiner Kamera, Veronikas Kontaktlinsen (der Chinese hat dann ewig in ihre Augen gestiert um zu sehen was sie da denn reintat), unsere Taschenmesser,... und wir waren besonders beeindruckt von den Massen, die sie essen. Sie waren alle recht duenn, aber die ganze Zugfahrt hatten sie was im Mund. Und ein paar hatten die Angewohnheit auch im Zug nicht ablegen wollen, einfach mal auf den Boden zu spucken. Aber so schlimm war auch das nicht, es wurde sogar oefters gefegt und gewischt. Und nachts lagen die Chinesen kreuz und quer auf dem Boden, denn es gab neben den Leuten mit Sitzplatz auch noch eine grosse Menge an Leuten, die keine Platz hatten und sich irgendwo hinquetschen mussten. So viel Leute wuerde man bei uns nie in einen Langstreckenzug lassen. Die meisten stiegen dann erst in Urumqi aus, bei den Haltestellen am ersten Tag wurden es immer mehr Leute, nie weniger.

Heute hatten wir dann am Mittag Zeit durch Urumqi zu laufen, dei Stadt ist gar nicht so langweilig, wie die Reisefuehrer sie abtun. Um Mitternacht geht es dann weiter nach Kasachstan, und dort sind wir dann in der Natur und nicht in Staedten (ausser natuerlich Almaty). Seit der Mongolei waren wir nur noch in Staedten.

Heute nacht im Zug nach Kasachstan werde ich vieel schlafen, denn so einfach ging das die zwei Naechte im sitzen nicht....

Schoene Gruesse von meinem letzten chinesischen Tag in Urumqi, Anja



Hallo aus Samarkand!

Jetzt habe ich mich lange nicht gemeldet, aber das lag nur an den langsamen Internetverbindungen bzw. an unseren zum Teil kurzen Aufenthalten in den Staedten oder den fruehen Schliessungszeiten mancher Internetcafes.

Nach Urumchi waren wir erst in Kasachstan, in Almaty. Dort haben wir mehrere Ausfluege gemacht: zum Sharyn-Canyon, der so was ist wie Grand Canyon in klein, dann zu einem Wasserfall, wo wir per Anhalter hinfahren mussten, da der Wasserfall noch viele Kilometer von dem ORt weg war, wo die kleinen Marschroutka-Busse hinfahren, und das mit dem per Anhalter fahren hat prima geklappt, es waren da auch nur Veronika und ich unterwegs und fuer zwei Frauen halten die Autos wohl lieber an als wie wenn wir Helmut dabei haben :-), dann zu einem See, an dem es leider einen unschoenen Vorfall gab, als zwei kasachische Grenzbeamte zu uns kamen, mit Pferden (sie bewachten da die Grenze nach Kirgisien), und Veronika und ich ritten dann mit denen, weil sie uns baten uns auf die Pferde zu setzen, und der GRenzbeamte, der mich mitnahm, war leider nicht so nett und wollte mich dann nicht zurueckbringen als ich es wollte, und ich bin ihm vom Pferd runtergehuepft, dann noch ein Ausflug zum grossen Almatyner See, wo man Unmengen Hoehenmeter ueberwinden musste, und beim Rueckweg fanden wir leider erst nach 2,5 Stunden Gehzeit ein Auto, das uns mitnehmen wollte: es war ein amerikanischer Missionar, der uns dann mit Jesus loves you verabschiedete....die Stadt Almaty an sich ist sehr gruen, an jeder Strasse stehen viele Baeume, aber ansonsten gab es da nix zu sehen. ICh war ein paar mal auf dem Basar, der ganz nett war. Allerdings ging da das Handeln nicht mehr so wie in China. Wir mussten drei NAechte im Hotel buchen, fuers Visum, und haben dann immer lange am Fruehstuecksbuffet gesessen, wo man bis 11 bleiben durfte, und da bot es sich an fuer mittags mit zu essen, mit Ausblick auf die BErge hinter Almaty. Das waren unsre mit Abstand teuersten Uebernachtungen der Reise.
Nach Kasachstan ging es weiter nach Usbekistan, und an der Grenze erlebten wir dann, wie Leute Unmengen Gepaeck dabei hatten und irgendwie doch keine Probleme mit dem Zoll hatten...war sehr interessant zu beobachten, wo vor der Kontrolle Flaschen verschwanden und dann spaeter hervorgeholt wurden. Und 2 Jungs wurden vor der Grenze von dem Schaffner aus dem Zug geworfen, und in Tashkent waren sie dann vor uns da und halfen den Leuten ihr schweres Gepaeck aus dem Zug zu heben....wir werden nie verstehen, was das genau war. Wir hatten aber keine Probleme mit den Zoellnern und bekamen unsere Paesse immer persoenlich zurueck, waehrend die der Kasachen, Russen und Usbeken immer jemand in die Hand gedrueckt wurden, der dann im Waggon nach der Person suchte.

Und auch hier in Usbekistan hat uns, anders als in einigen Reiseberichten zu lesen, nie ein Polizist angehalten udn kontrolliert. Es gibt hier sehr viele Polizisten, jedes Museum hat welche vor der Tuer, und jeder Touri-Attraktion.....

In Tashkent gab es nicht viel zu sehen, und wir blieben auch nur ganz kurz dort, nicht mal einen ganzen Tag. Wir fanden dort einen Taxifahrer, der uns ein Zimmer bei einer Familie besorgte und uns dann auch von dort aus in die Stadt brachte und am naechsten morgen zum Bahnhof. Da wir aber kaum in dem Zimmer waren, nur zum Schlafen, haben wir mit den Leuten auch nicht wirklich geredet. Der Taxifahrer war etwas nervig, er bot uns zum Beispiel an, Geld zu wechseln. Wir dachten, vielleicht sei sein Kurs besser, wenn wir mehr wechseln. Um aber auszurechnen, was er uns dann fuer 150 statt 100 Euro gibt, musste er am Strassenrand sein Auto anhalten und lange rechnen....wir sind dann doch zum offiziellen Geldwechseln gefahren, er hat uns zum Flughafen gebracht, der nicht wirklich auf dem Weg in die Innenstadt lag, aber je laenger wir versuchten ihm klar zu machen wo wir hinwollten, desto verwirrter wurde er, und so liessen wir ihn dann einfach fahren und das war auch ok so.

Von Tashkent aus ging es dann mit einem Zug, der luxurioeser aussah als die unsrigen, ein paar Stunden weiter nach Samarkand. In dem Zug gab es sogar ein Sandwich gratis, und das fuer weniger als 5 Euro fuer 5 Stunden Fahrt....

Samarkand ist ziemlich huebsch, mit vielen Blumen ueberall und Baeumen, die man auch braucht bei der Hitze hier. Es weht zwar ein leicht kuehlender Wind, aber kalt wird einem hier wirklich nie, und keine Wolke ist am Himmel zu sehen. Leider gibt es Unmengen Touris hier, viele Italiener, Franzosen und Deutsche. Wir haben dann auch nur knapp 2 Tage gebraucht um alles zu sehen, und fahren heute nacht weiter nach Buchara. Da es in Samarkand so viele Touris gab, wollten uns die Haendler am Basar auch keien einheimischen Preise machen. Irgendwie waren sie immer ueberzeugt davon, dass wir mehr zahlen muessen. Wir wissen aber, was die Dinge in Kasachstan fuer uns gekostet haben, und da Usbekistan eigentlich noch billiger ist, merken auch wir, wenn man versucht uns uebers Ohr zu hauen. Ich hab heute abend kurz vor Basar-Schluss noch um ein paar Karotten gekaempft, und die Leute wollte unsrer Meinung nach viel zu viel, auch wenn es fuer deutsche Verhaeltnisse sehr wenig war. Dann bekamen wir mit, wie Einheimische bei einer Omi ganz viele Karotten kauften, und erkundigten uns bei den Leuten nach dem Preis. Das war fuer ein Kilo so viel, wie ich fuer vier kleine Karotten haette zahlen sollen. Ein Kilo 130 Sum, und 1400 Sum sind ein Euro. Die Omi wollte mir dann sogar die Karotten schenken, ich hab sie trotzdem bezahlt und ich denke sie hat sich dann auch gefreut. An einem anderen Stand kauften wir eine Melone, der Haendler wollte sie nicht fuer unter 300 hergeben, aber dann kam auch da eine Einheimische, die meinte, nein, 200, und dann schimpfte sie den Haendler ziemlich stark und er gab sie uns auch fuer 200 :-) Eine Melone fuer unter 20 cent, das ist schon sehr nett :-)

Gestern standen wir nach der Besichtigung der Sehenswuerdigkeiten mit den vielen Ornamenten und blauen Kuppeln in einer einheimischen Wohngasse, wo keine Touris zu sehen sind. Da waren viele Kinder, und wir landeten dann in einem Haus von einem der Maedchen. Dort bekamen wir ein Abendessen und wurden auch noch heute zum Mittagessen eingeladen. Es war zwar eine Gasse ohne geteerte Strasse, aber das Haus in dem wir waren war sehr schick, und auch die Leute sehen hier immer sehr gut angezogen aus.

Heute nachmittag sassen wir irgendwo neben einem Mausoleum auf einer MAuer. Gegenueber war ein Haus mit Kindern, und die brachten dann einen winzigen Welpen raus zu uns. Ein kleines Maedchen wollte erst, dass wir ein Foto machen - Fotos wollen die Kinder hier staendig, und fast alle koennen hello und what's your name, manche Jungs auch I love you :-) Nach dem Foto kam dann ein Junge dazu, der nahm den Welpen, hielt ihn uns hin und sagte "present". Wir zeigten ihm aber, dass wir mit dem Zug fahren und da kein Welpe rein passt, und das war dann auch ok, er nahm ihn wieder mit.

In Tashkent hatten wir eine Moschee gesehen, die wirklich #in Betrieb# war. Hier wirkt alles eher wie fuer Touristen hergerichtet, und man hat uns erzaehlt, dass in Buchara und v.a. in Chiwa noch mehr Touris sein werden. Das ist schade, aber letztendlich sind wir ja auch Touristen. Vielleicht nicht ganz so schlimme, wir kommen nicht im grossen Reisebus an......

Heute nacht um 2 faehrt unser Zug nach Buchara ab, das wird eine kurze Nacht, denn wir kommen schon vor 8 dort an. Vielleicht bleiben wir dann dort doch mal 2 Naechte, damit wir wieder richtig ausschlafen koennen, denn die letzten drei Naechte war wenig Zeit zu schlafen, wegen etwas bloeder Zugfahrzeiten. Veronika und ich werden versuchen, in Buchara eine Familie zu finden wo wir ein Zimmer bekommen, wir werden einfach mal die Taxifahrer fragen, das hat in Tashkent ja auch geklappt. Helmut faehrt erst morgen nach Buchara, da faehrt irgendein extratoller Zug, mit dem er als Eisenbahnfreak umbedingt fahren muss.

So, nun habe ich mein Schreib-Defizit aber aufgeholt :-)

Viele Gruesse, Anja



Hallo an alle,

jetzt hab ich mich doch laenger nicht gemeldet, aber nach Samarkand war das Internet doch etwas lahm und zum Teil auch einfach keine Zeit was zu schreiben. Wir sind von Samarkand weiter gefahren nach Buchara und haben da 4 Tage bei einer netten Familie verbracht, danach nach Chiwa, wo wir nur einen Tag blieben. Buchara war zwar touristsich aber dennoch eine nette Stadt mit vielen Altstadtgassen, Chiwas Zentrumist nur Tourismus und die Leute dort wollen nur Geschaefte machen. In Buchara hat man uns auf dem Basar Weintrauben und anderes Obst geschenkt, weil ein Bauer froh war mit uns deutsch sprechen zu duerfen, in Chiwa war das ganz anders und wenn es kein UNESCO-Weltkulturerbe waere haetten wir uns das vielleicht auch eher gespart. Irgendwann sieht man auch keine Unterschiede mehr in all den Medresen und Moscheen. Bilder gemacht haben wir trotzdem auch in Chiwa ganz fleissig. Danach war ich mit Veronika alleine unterwegs, da Helmut noch nicht nach Hause fahren wollte, sondern erst noch zum Baikalsee zu seiner russischen Freundin...

Wir sind dann von Chiwa aus nach Nukus gefahren, mit 2 Bussen und dann 2 netten Anhalter-Autos, eines davon hat uns ueber 100km mitgenommen, sehr nett. In Nukus war es schon dunkel als wir ankamen, das Autos lies uns aussteigen und da lief grad ein Belgier mit einem Usbeken vorbei. Wir erkannten den BElgier als Tourist und wollten nach Unterkunft fragen. Wir konnten dann bei dem USbeken uebernachten, und da die beiden und noch ein dritter Usbeke am naechsten Morgen eine 2-Tages-Tour zum Aralsee geplant hatten und Plaetze in dem kleinen Bus frei waren, konnten wir dahin mitfahren. Wir sind dann also in vielen Stunden Fahrt durch sehr staubige Steppe zum echten Aralsee gefahren, und haben dann dort uebernachtet unter freiem Sternenhimmel :-) Am naechsten Tag dann Rueckfahrt durch noch mehr STaub und BEsichtigung eines ehemaligen Aralsee-Hafens, wo nun rostige Schiffe auf dem ausgetrockneten Boden stehen. Im Aralsee selbst war nix lebendiges zu sehen, am Ufer wenigstens eine Schlange aber ansonsten waechst und lebt da sehr wenig. Normalerweise kommt man nicht so einfach yum Aralsee, weil da ja keine echte Strasse hinfuehrt, denn frueher war da ja 160km lang noch Wasser. Wir hatten also Glueck, dass da grad der Belgier vorbeigelaufen kam als wir aus dem Auto ausstiegen.

Danach begann wirklich die Rueckfahrt. Wir musste nochmal durch Kasachstan durch, und dort leider auch ein Zugticket kaufen. Das war nicht so einfach, denn man bekam da am Schalter keines. Frauen, die PRovision verlangten, und zwar eine ziemlich hohe, bekamen Tickets am Schalter....wir hatten keine andere Wahl, als den Frauen unser Geld zu geben. Man erzaehlte uns spaeter, dass man in Kasachstan wohl nur in den grossen Staedten ganz normal Tickets bekomme, und dass es in den kleinen Staedten oft ueblich sei, dass da solche Frauen ihr Geschaeft machen mit der Ticketmaklerei. Aber besser ein teures Ticket als gar keines. Wir haetten auch ohen fahren koenne und dem Schaffner etwas Geld geben, aber da dort viele Menschen nicht so gut russisch konnten haben wir das lieber nicht gemacht, die Einheimischen machen das oft, aber wir haetten das vielleicht nicht so leicht gehabt und dann auch mehr zahlen muessen. In den Zuegen bekamen wir wieder viel zu Essen und Tee von netten Mitreisenden, und so kamen wir dann in Russland in Astrachan an. Dort habe ich einen Brieffreund, der uns die Stadt zeigte. Da ist aber nicht viel los, nur ein huebscher Kreml (und eine Bootsfahrt auf der Wolga machten wir auch), also blieben wir auch nur eine Nacht dort, und fuhren weiter nach Moskau. Noch ein paar Bonbons kaufen auf einem Markt, denn in Russland gibt es gaaaaaanz viele verschiedene, und wir haben dann unser restliches Geld in viele Gramm Suesswaren investiert.

Von Moskau aus wollten wir eigentlich ueber Ukraine und Budapest zurueck fahren. Aber dann waere in Budapest nur ganz kurz Zeit zum Umsteigen gewesen, und man kann das Ticket noch nicht in Moskau kaufen, also hatten wir dort Geld wechseln muessen und Ticket kaufen in 18 Minuten, das ist sehr wenig. Wir fuhren aber erst mal in Richtung Ukraine los, bis Lemberg. Dort suchten wir nach anderen Moeglichkeiten, nach Hause zu kommen, und wurden auch fuendig: erst ein Taxi ca. 100km fuer 13 Euro zur ukrainisch-polnischen Grenze. Dann zu Fuss ueber die Grenze. Dann mit einem Minibus zum polnischen Grenzbahnhof, schnell Ticket kaufen, und 5 Minuten vor Abfahrt waren wir im Zug nach Kattowice. Von dort fuhr dann ein Zug ueber Tschechien nach Wien. Wir kamen dann billiger und schneller nach Wien als anders, und ich kam gestern abend in Trier an.

Deswegen ist das auch die letzte Rundmail :-) Ich hab dann bald 20 Filme mit ganz vielen Bildern zum Angucken. Wer will, darf sie auch gerne sehen, meldet Euch halt einfach wenn ihr Lust habt. Und keine Sorge, ihr muesst ja nicht alle Fotos gucken, sind dann doch etwas viel ;-)

Ich muss jetzt erst mal meine Post von 2 Monaten bearbeiten.....

Tschuess! Anja